Schnell mache ich dem Redakteur klar, dass ich es nicht sein konnte. Am besagten Tag war ich mit einem Blaser-Ballon in der Luft, aber nicht mit unserem Ballon in Form eines Fasses. Doch im Hinterkopf hatte ich, dass ich meinem Ballonkollegen Felix Morgenstern den besagten Fass-Ballon kürzlich ausgeliehen habe. Doch weiter habe ich das Thema nicht verfolgt. Das Rätsel blieb somit ungelöst.
Einige Wochen später kontaktiert mich erneut ein Medienschaffender – diesmal vom ZDF. Auch diese Redaktion versuchte herauszufinden, um was es sich da am Himmel handelte. Um die Recherchearbeit des Journalisten zu vereinfachen blätterte ich in unserem Ballon-Bordbuch zurück. Felix steuerte tatsächlich als Pilot am besagten Tag den Ballon. Ich kontaktierte Felix sofort. Er bestätigte mir diese Fahrt. Die Freude der Redaktion war gross: „Super, endlich wir können die Sache auflösen.“
Aber zurück zum Anfang. Der Blaser-Fass-Ballon war Ende 2016 für einige Wochen in der Pfalz. Wir planten damals einige Starts, um Blaser Swisslube bei mir vor Ort bekannt zu machen. Unsere Sonderform als XXL Fass ist eine Attraktion und ein wunderbarer Eyecatcher. Mit unseren sanft-schwebenden Fahrzeugen am Himmel bringen wir Kinderherzen zum Höherschlagen und Erwachsene zum Staunen. Wie ist das möglich? Wie viel Liter Kühlschmierstoff passen in den Ballon? Fragen die wir immer gerne beantworten.
Auch die Leute von ZDF hatten viele Fragen. Bei einem Drehtermin mit mir wollten sie der Sache auf den Grund gehen und sie für ihre Zuschauer auflösen.
Im Luftverkehr ist alles wie im normalen Straßenverkehr geregelt. Es gibt eine ganz strikte Staffelung, an die wir uns als Piloten halten müssen. Die Sicherheit am Himmel muss stets gewährleistet sein.
Ballone sind für Flugzeuge träge Hindernisse. Wir sind viel zu langsam unterwegs. Flughäfen dürfen wir uns nur mit Genehmigung nähern oder sie überfahren. Zusätzlich müssen wir die vom Tower vorgegebene Höhe strikt einhalten. Die ZDF-Redakteure fragten deshalb kritisch nach.
Ich beruhigte sie. Das Foto mit unserem Fass-Ballon unter dem Flugzeug ist eine optische Täuschung. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Ballon deutlich im Hintergrund ist und das Flugzeug vorne steht. Es sieht zwar im ersten Moment wirklich so aus, dass der Flieger etwas abwirft, aber dies ist durch die Luftfahrtbehörde strikt verboten.
Die Route, die Felix damals von Bensheim Richtung Worms gefahren ist, erlaubte ihm, bis auf 3000 m aufzusteigen. Wir nehmen an, dass es vom Boden einfach so aussah, als ob der Flieger etwas abwirft.
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